Coworking | Arbeitsformat der Zukunft bereits heute | André Wehr
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Coworking – Arbeitsformat der Zukunft bereits heute?!

Coworking

 
Gemeinschaft, Offenheit, Zusammenarbeit, Nachhaltigkeit und Erreichbarkeit
5 Kernwerte der Coworking-Bewegung
 
Das Thema Coworking ist derzeit in aller Munde und so hat es auch mich vor einigen Jahren ergriffen. Doch welche Philosophie steckt eigentlich dahinter und wo kann es damit in der Zukunft hingehen?
Wikipedia hält für die Begriffserläuterung das „Zusammen Arbeiten“ oder „Kollaborativ Arbeiten“ als eine Entwicklung im Bereich neuer Arbeitsformen vor (Stand: Mai 2016). Dabei können unter anderem Startups, Freiberufler oder digitale Nomaden in offenen Räumen durch gegenseitigen Austausch voneinander profitieren.
 

Die Coworking-Anfänge

Die Anfänge von kollaborativen Arbeitsformen gehen weit zurück, sogar bis zur ersten offiziellen Aufzeichnung 1628.
Eine regelrechte Wiedergeburt und der Beginn des heutigen Coworking-Begriffs ist bei Bernie DeKoven um 1999 oder 2000 zu sehen. Er wollte eine virtuelle Vernetzung schaffen. Berlin war eines der ersten Mekkas und Platz von Hackerspaces, die Netzwerke und Raum für gemeinsames Arbeiten boten.
Den ersten Coworking-Space konnte man im Jahr 2002 in der Schraubenfabrik in Wien, Österreich, finden. Ab dann nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf und seitdem wächst das Netzwerk an Coworking-Orten stetig.
 

Vorteile des Coworking

In einer Umgebung mit Austausch- und Netzwerkmöglichkeiten entwickeln sich Deine persönlichen und beruflichen Netzwerke sehr schnell. Somit vermeidest Du Isolation und steigerst Dein Selbstvertrauen. Auf diese Weise können Kunden bzw. Lieferanten gefunden, Team-Mitglieder angeheuert oder Partner gewonnen werden.
Im Vergleich zur Arbeit im Home-Office wirst Du nicht durch Familie, Deinen Fernseher oder Kühlschrank abgelenkt. Vielmehr bist Du umgeben von hart arbeitenden Profis, die Dir kreatives Feedback geben und dadurch Deine Projektergebnisse verbessern können. (Ideen aus dem LINK Coworkinghandbook) Diese Aspekte teile ich selbst uneingeschränkt.
Seit Januar 2016 habe ich in verschiedenen Städten und Ländern Coworking-Spaces getestet, was ich in einem gesonderten Beitrag zum Coworking-Vergleich beschreiben werde.
 

Potenzielle Nachteile des Coworking

Bei einem offenen Arbeitsraum ist die Lautstärke Dein ständiges Ablenkungspotenzial. Sozialaktivitäten liefern zwar Ablenkung, allerdings geht es dabei um Deine eigentliche Arbeitszeit.
Im Vergleich zur Arbeit im Home-Office solltest Du Zeit und Kosten für Verkehr eingerechnen. Zudem solltest Du präsentierbar sein, alles andere wie z.B. das Betreten von Coworking Spaces im Schlafanzug, wäre nicht nachhaltig.
Bislang existieren Coworking-Angebote hauptsächlich in größeren Städten und gerade nicht für die eher ländlichen Gebiete. Einen Wechsel in der Umgebung solltest oder kannst Du einplanen, da Du selbst aber auch andere Coworker den Arbeitsplatz am Tisch oder sogar die gesamte Location regelmäßig tauschen werden.
 

Coworking in einem größeren Zusammenhang

Eventuell muss die Coworking-Bewegung auch in einem größeren Zusammenhang des New Work gesehen werden. Der Coworking-Space ist dann eine Mischung zwischen Zuhause und Büro, wo Du Dich sowohl beruflich als auch privat beschäftigst.
Dieses Szenario greift unter anderem Herman Miller in einem Konzept des „Living Office“ auf. Somit wird eine Arbeitsumgebung nicht mehr für 9-to-5, sondern zukünftig für 24/7 ausgelegt sein.

Solltest Du jetzt davor Angst haben? Oder vielleicht besser die Gelegenheit beim Schopfe packen und Dich fragen, an welcher beruflichen Tätigkeit Du 24/7 Freude hast?
 

Entwicklungen

Die seit einigen Jahren gewachsenen Big Player auf dem globalen Büro-Vermietungsmarkt arbeiten zwar dafür, dass immer mehr Tische in ihren Coworking-Komplexen gebucht werden. Diese "gemanagten Bürozentren", wie Ansgar Oberholz, Coworking-Pionier mit seinem Berliner St. Oberholz, den amerikanischen Giganten WeWork oder auch das israelische Unternehmen Mindspace aus Tel Aviv nennt, verwenden den Begriff Coworking hauptsächlich für Marketingzwecke. (Quelle: Berliner Zeitung) Dies widerspricht ganz offensichtlich mindestens der Offenheit und Erreichbarkeit, also zwei der fünf Grundsätze aus der Coworking-Bewegung.

Und so gebe ich eine Prognose ab: In einigen Jahren werden wir uns fragen, wie wir überhaupt so lange in starren Büros arbeiten konnten.
 
Genieße Dein Leben
 
 
 
P.S.: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass ein ehrliches Lächeln das Leben einfach macht.
André Wehr
André Wehr
Als Gründer und Unternehmer erlebe ich täglich, wie wichtig Traction ist. Sie macht den Unterschied zwischen einer ganz netten Idee und einem lebensfähigen Unternehmen.

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